Dinkel aus Österreich

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Ursprünglich, robust und gesund – der Dinkel für Recheis Dinkelnudeln stammt aus dem steirischen Vulkanland.

Ein beherzter Griff in den Boden fördert dunkle, schwere Erde zu Tage und sogar ein Regenwurm schlängelt sich zwischen den Fingern von Johannes Pock. Der Bauer steht stolz am Rande seiner Felder im südoststeirischen Eichfeld, wo sich erste Dinkelkeimlinge Richtung Sonne strecken.

„Wir haben erst vor zwei Jahren mit dem Dinkelanbau begonnen und der Wurm zeigt wie gesund der Boden ist“, erzählt er.

Dass im steirischen Vulkanland neben Weizen, Mais und Kürbissen nun auch Dinkel angebaut wird, ist Pocks Initiative zu verdanken. Mit seinem Familienbetrieb will er das Urgetreide wieder salonfähig machen, auch, weil Dinkel im Vergleich zu Weizen eine deutlich höhere Menge an Nährstoffen aufweist und daher die Nachfrage nach diesem Getreide steigt. Gleich sieben weitere Bauern überzeugte Pock davon, ebenfalls auf Dinkel zu setzen und sich gegenseitig beim Anbau zu unterstützen. Ein Experte beriet in Hinblick auf Sortenauswahl, Fruchtfolge und richtigem Umgang mit dem Getreide, und die Bauern tauschen sich über ihre Erfahrungen in einer eigenen Chat-Gruppe aus.

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Von Natur aus resistent

Wichtig war Pock vor allem, dass das „Urpotenzial“ des Dinkels erhalten bleibt. Sorten der gängigen Saatgutanbieter, die lediglich auf Ertrag gezüchtet und daher mit Weizen gekreuzt werden, waren daher schnell vom Tisch. Angebaut werden die robusten winterharten Sorten „Ostro” und „Ebners Rotkorn” mit einem hohen Eiweißanteil, die sich auch bei Vegetariern großer Beliebtheit erfreuen. Beide Sorten sind besonders resistent gegen allerlei Krankheiten und Schädlinge, so dass keine oder kaum Pflanzenschutzmittel zum Einsatz kommen. Ein gewichtiges Argument für Johannes Pock, dem Nachhaltigkeit am Herzen liegt. Daher wird auf den Feldern auch auf die Fruchtfolge geachtet und der Dinkel im Wechsel mit Kürbis und Mais angebaut. Das sorgt für optimale Bodenqualität und -fruchtbarkeit und verschont die Äcker zugleich von Unkraut.

Ausgesät wird im Herbst, geerntet im Sommer darauf. Doch dann wartet noch einiges an Arbeit. Denn als Urgetreide ist das Dinkelkorn – anders als Weizen – vom Spelz umgeben, der es vor äußeren Einflüssen schützt. Diese Schicht gilt es erst zu entfernen, bevor das Getreide an die Mühle geliefert wird. Zunächst wird es in einem speziellen Lager kaltbelüftet, um es für kurze Zeit lagerfähig zu machen, danach wird es direkt am Hof geschält. Johannes Pock hat daher nicht nur in eine eigene Halle, sondern auch in einen speziellen Dinkelschäler investiert und übernimmt diese Verarbeitungsschritte auch für die anderen Landwirte. Erst dann kommt der Dinkel in die Mühle.

Bei einem Hektarertrag von fünf Tonnen Dinkel bleiben nach der Entspelzung rund 3,5 Tonnen für die Vermahlung übrig, die wiederum etwa 2,1 Tonnen Dinkelgrieß ergeben.

Starke Partnerschaft

Gemeinsam bringen es die Bauern auf rund 450 bis 500 Tonnen Dinkel pro Jahr und haben mit der Farina Mühle als verarbeitenden Betrieb und Recheis fixe Abnehmer gefunden. Für alle Beteiligten bedeutet das bessere Planbarkeit bei gleichzeitig fixen Preisen – keine Selbstverständlichkeit für einen Rohstoff, der sonst häufig spekulativ an der Börse gehandelt wird. In Zukunft könnte noch mehr Dinkel aus dem Vulkanland kommen, denn Johannes Pock experimentiert heuer erstmals mit einer echten Ursorte, die künftig Teil des Recheis-Sortiments werden könnte. Die Leidenschaft hat den Landwirt jedenfalls sichtlich gepackt.

Die Energie dafür liefert – ganz klar – der Dinkel. Keine Frage, was bei den Pocks am liebsten auf den Tisch kommt: Dinkelnudeln von Recheis  

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Johannes Pock und seine Familie